Vita Peter Huchel

(erstellt von Hub Nijssen)

Peter Huchel

1903
Am 3. 4. geboren als Helmut Peter Huchel in Groß-Lichterfelde bei Berlin.

Vater: Friedrich Huchel, Beamter.
Mutter: Marie Zimmermann.
Bruder: Friedrich.

1907
Wegen Lungenerkrankung der Mutter lebt Huchel längere
Zeit bei den Großeltern in Lan­gerwisch. Betreuung
durch die Magd Anna.

1909
Besuch der Volksschule in Berlin-Steglitz.

1913
Besuch der Oberrealschule in Steglitz.
Tod des Großvaters Zimmermann (9. 11.).

1915
Besuch der Städtischen Oberrealschule Potsdam,
wahrscheinlich auch der Schule in Langerwisch.

1916/17
Umzug der Eltern nach Potsdam.

1917
Der Bruder fällt im Krieg.

1918
Erste Gedichtversuche.

1919
Verkauf des Hofs in Langerwisch.

1920
Teilnahme am Kapp-Putsch (März). Verwundung, Lektüre von Barbusses "Le Feu" im Krankenhaus.

1923
Abitur an der Städtischen Oberrealschule Potsdam.

1923-25
Studium der Literatur und der Philosophie in Berlin. Huchel lernt Karola (Bloch-)Piotrkowska und Ludwig Meidner kennen. "Schabbesgoi" im Oscar-Goldberg-Kreis.

1924
Erste Gedichtveröffentlichung.

1925
Studium in Freiburg (Mai-Juli). Beginn der Freundschaft mit Hans Arno Joachim und Alfred Kantorowicz.

1925-26
Studium in Wien. Huchel lernt seine spätere Frau Dora Lassel und Franz Theodor Csokor kennen.

1926-27
Studium in Berlin.

1927-29
Aufenthalt in Paris, in der Bretagne und im Süden Frank­reichs, u.a. in Corenc. Kontakte zu Cheng Cheng, Foujita, Günther Stern (Anders), Iwan und Claire Goll.

1930
Huchel heiratet Dora Lassel aus Kronstadt (8. 3.). Reisen nach Siebenbürgen und in die Türkei. Mitarbeiter der "Literarischen Welt". Beginn der Freundschaft mit Willy Haas und Rolf Italiaander. Huchel wohnt eine Weile bei Fritz Sternberg.

1931
Huchel zieht in die Künstlerkolonie am Laubenheimerplatz ein, wo auch Kantorowicz, Ernst Bloch und Eberhard Meckel wohnen. Er ist Diskussionspartner in der KPD-Zelle von Kantorowicz.

1931/32
Beginn der Freundschaft mit Horst Lange, Oda Schae­fer und Elisabeth Langgässer.

1932
Lyrikpreis der "Kolonne". Bekanntschaft mit Martin Raschke.

1933
Razzia in der Künstlerkolonie (15. 3.). Viele Freunde gehen ins Exil. Huchel zieht den Band "Der Kna­benteich" zurück und reist nach Kronstadt.

1934
Rückkehr nach Michendorf/Alt-Langerwisch. Kontakte zum Kreis um V.O.Stomps ("Der weiße Rabe"). Sendung des ersten Hörspiels (16. 12.).

1935
Beginn der Freundschaft mit Günter Eich, Werner Bergengruen und Raimund Pretzel (S. Haffner). Geburt der Tochter Susanne (21. 7.). Letzte größere Gedichtveröffentlichung in "Das Innere Reich": "Strophen aus einem Herbst." (Oktober). Huchel lebt bis 1940 v.a. von Hörspielen und arbeitet u.a. mit Hans Nowak und Georg Zivier zusammen.

1936
Sendung des Hörspiels "Der Fesselballon" (15. 11.).

1939
Sendung des Hörspiels "Margarethe Minde" (22. 6.). Reise nach Kronstadt, Rückkehr wegen Kriegsausbruchs.                   

1940
Sendung (?) der Szene "Die Greuel von Denshawai". Arbeit bei der UFA und dem Rundfunk.

1941-45
Soldat in einem Nachrichtenregiment (Flugmeldedienst). Beginn der Freundschaft mit Wolfgang Weyrauch und Günther Birkenfeld.

1944
Ausbildung in Ludwigsburg, danach Dienst in "Birkhahn" bei Belzig.

1945
Kontakte zum "Nationalkomitee Freies Deutschland". Sowjetische Kriegsgefangenschaft in Rüdersdorf. Tod des Vaters (30. 9.).

1945-49
Als Dramaturg, Sendeleiter und Künstlerischer Direktor tätig beim Berliner Rundfunk.

1946
Huchel lernt seine zweite Frau Monica Rosenthal kennen (September). Endgültige Trennung von Dora.

1947
Erste größere Gedichtveröffentlichung seit 1935 in "Ost und West".

1948
Erste Buchpublikation: "Gedichte" (Aufbau-Verlag). Vorstandsmitglied des SDA (April). Erste Redaktionssitzungen für "Sinn und Form", Zusammenarbeit mit Johannes R. Becher, Paul Wiegler und Hermann Kasack. Beginn der Freundschaft mit Hans Mayer, Werner Krauss, Arnold Zweig, Stephan Hermlin, Herbert Ihering, Konrad Farner und Ernst Fischer.

1949-62
Chefredakteur von "Sinn und Form".

1949
Geburt des Sohnes Stephan (2. 5.). Mitglied des PEN-Clubs. Erstes Sonderheft Bert Brecht. Beginn der Freundschaft mit Brecht.

1950
"Gedichte" (Stahl­berg Verlag, Karlsruhe). Umzug nach Wilhelmshorst.Teile des "Gesetzes" werden veröffentlicht. Beginn der Freundschaft mit Erich und Katja Arendt.

1951
Nationalpreis der DDR (III. Klasse). Starnberger Treffen (26./27. 3.). Beginn der Freundschaft mit Hans Henny Jahnn.

1952
Ordentliches Mitglied der Deutschen Akademie der Künste (DDR).

1953
Huchel heiratet Monica Rosenthal (25. 4.). Reise in die Sowjetunion (Mai), u.a. mit Franz Fühmann. Erste Kündigung als Chefredakteur (15. 5.). Intervention Brechts. Erste Italien-Reise (Herbst).

1954
Besuch bei Alfred Döblin in Freiburg (September). Tagung der Gruppe 47 in Burg Rothenfels. Streit mit Günter Eich. (Oktober). Beginn der Freundschaft mit Ludvík Kundera.

1955
Theodor-Fontane-Preis der Mark Brandenburg. Bekanntschaft mit Johannes Bobrowski.                 

1956
Tod Brechts (14. 8.).

1957
Korrespondierendes Mitglied der Freien Akademie der Künste in Hamburg. Lesung in Wuppertal mit Hans Mayer, Walter Jens, Paul Celan, Ingeborg Bachmann, Heinrich Böll und Hans Magnus Enzensberger (Oktober). Erste öffentliche Kritik von Kurt Hager (Oktober).

1958
Mitglied der Société de Culture, Venedig.

1959
Plakette der Freien Akademie der Künste in Hamburg. Sendung des Hörspiels "Das Gesetz" (Oktober). Tod Jahnns (29. 11.).

1960
Symposion in Leipzig mit Hans Mayer, Ingeborg Bachmann, Stephan Hermlin, Hans Magnus Enzensberger, Walter und Inge Jens.

1961
Mitglied der Communità europea degli Scrit­tori, Rom. Mauerbau in Berlin (13. 8.). Bulgarien-Reise mit Erich Arendt. Tod der Mutter (17. 10).

1962
Erzwungener Rücktritt von "Sinn und Form" (Dezember).

1963
Westberliner Theodor-Fontane-Preis (April). Huchel wird von Hager und Bredel öffentlich angepran­gert (April-Mai). Bruch mit Hermlin. Beginn der Isolationszeit. Besuche von Wolf Biermann, Uwe Grüning, Reiner Kunze, Walter Janka, Günter Kunert, Norbert Randow und Rolf Schneider in Wilhelmshorst. "Chausseen Chausseen" (Fischer Verlag). Ehrenmitglied der Freien Akademie der Künste in Hamburg.

1964
Illegale Räumung des "Sinn und Form"-Archivs (18. 12.)

1965
Wahrscheinlich letztes Treffen mit Eich in Berlin (Januar). Verurteilung durch das Kreisgericht Potsdam-Land (28. 5.). Preis der jungen Generation, Hamburg.

1966
Ordentliches Mitglied der Akademie der Künste, Westberlin.

1967
"Die Sternenreuse" (Piper Verlag). Gelegentliche Besuche aus dem Westen, u.a. von Heinrich Böll und Max Frisch.

1968
"Hommage für Peter Huchel" (Piper Verlag). Großer Kunstpreis des Landes Nordrhein-Westfalen.

1970
Ordentliches Mitglied der Bayerischen Akademie der Künste, München. "Appell an Ulbricht" in "The Times" (17. 10.).

1971
Ausreise aus der DDR (27. 4.). Wiedersehen mit Hans Mayer und Ernst Bloch. Gast der Villa Massimo, Rom. Johann-Heinrich-Merck-Preis, Darmstadt. Ordentliches Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung, Darmstadt.

1972
"Gezählte Tage" (Suhrkamp Verlag). Österreichischer Staatspreis für Europäische Literatur. Umzug nach Staufen im Breisgau (3. 5.). Beginn der Freundschaft mit Marie Luise Kaschnitz und Erhart Kästner. Tod Eichs (20. 12.).

1973
Aufenthalt im Rilke-Turm (Muzot; Juni). Beginn der Freundschaft mit Michael Hamburger.

1974
Literaturpreis Deutscher Freimaurer. Lessing-Ring. Andreas-Gryphius-Preis des Landes Nordrhein-Westfalen.

1976
Orden Pour le mérite. "Unbewohnbar die Trauer" (Erker Presse, St. Gallen). "Der Tod des Büdners" (Erker Presse, St. Gallen).

1977
Preis des Kulturkreises im Bundesverband der Deut­schen Industrie. Europalia-Preis, Brüssel. Große Italien-Reise. Tod Ernst Blochs (4. 8). In Hamburg entstehen die letzten vier Gedichte. Rückkehr nach Staufen wegen eines Hirninfarkts.

1978
Jacob-Burckhardt-Preis, Basel.

1979
"Die neunte Stunde" (Suhrkamp Verlag). Eichendorff-Preis, München.

1980
Reinhold-Schneider-Preis der Stadt Freiburg.

1981
Am 30. 4. stirbt Huchel nach langer Krankheit in Staufen im Breisgau.

Veranstaltung

Donnerstag | 16. November 2017 | 20.00 Uhr

Michael Krüger

Peter Huchel neu gelesen

Lesung & Gespräch
Moderation: Michael Opitz

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Vorschau

14. Dezember 2017, 20.00 Uhr
50 Jahre Poesiealbum
Jubiläumslesung u.a. mit Kathrin Schmidt
und Verleger Klaus-Peter Anders